Die Halle - mein zweites zu Hause

13. Juli 2008 - No Responses

Letzten Sonntag war Sommerfest meines Handballvereins. Ich geniesse diese Veranstaltungen sehr, da man sich mit vielen Leuten unterhalten kann: Ob jung oder alt, dick oder duenn, gross oder klein (gell Benny ;)) oder was auch immer. Schliesslich haben dort alle eine Gemeinsamkeit: Wir lieben Handball.

Das Fest ging um ca. 10 Uhr los, da dieses Jahr ein Brunch geplant war. Es war zwar ein bisschen stressig, da es ein recht kleiner Raum mit vielen Menschen war und fast alle auf einmal kamen, aber insgesamt sehr gelungen.

Um ca. 15 Uhr Nachmittags wollte ich nach Hause gehen, doch als ich die Leute verabschiedete wurde mir ploetzlich klar: Die meisten davon siehst du jetzt ein ganzes Jahr nicht mehr… Als ob ich das nicht vorher gewusst haette. Das komische daran ist, dass ich noch etwa 4 1/2 Wochen hier bin und schon anfange, mich von einigen Leuten zu verabschieden.

An dieser Stelle ein dickes Dankeschoen!! an die Handballabteilung meines Vereins. Ihr seid echt toll! Ich werde die langen Hallentage mit euch sehr vermissen.

Wo wir schon bei Abschied sind: Zusammen mit zwei Freundinnen - die eine geht 10 Monate nach Finnland, die andere nach China - plane ich eine Abschiedsfeier. Ich bin sehr gespannt, wie wir das mit den ueber 60 Gaesten gebacken kriegen. Das Ergebnis werde ich euch auf jeden Fall wieder berichten.

Linda (:

“Jetzt bist du Amerikanerin”

27. Juni 2008 - No Responses

24.06.08 um 8.30 Uhr vor dem Generalkonsulat der Amerikanischen Botschaft in Muenchen.

Eine riesige Schlange erstreckt sich vor dem Gebaeude, stundenlang warte ich darauf reingelassen zu werden. Nach einer Stunde aufgeregten Wartens bin ich endlich ganz vorn, meine Mutter darf nicht mit rein. Ich werde von oben bis unten nach Waffen o.a. abgetastet und meine Tasche wird auf dem Tisch ausgeleert. Ich betrete die Eingangshalle und sehe mich um. Sie ist riesig und ich weiss nicht so recht, wo ich hin muss. Ich sehe einen Tresen auf der rechten Seite, eine Frau sitzt dahinter mit einem Headset und telefoniert. Ich zoegere, doch dann gehe ich zu ihr hin und frage, wo ich denn hinmuesse. Sie beginnt zu reden, doch ich verstehe sie nicht. Dann merke ich, dass sie mit der Person am Telefon gesprochen hat. Unhoeflich weist sie mir den Weg in einen grossen Flur mit vielen Stuehlen. Ich setze mich hin und warte… und warte und warte… Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Dann hoere ich meinen Namen: “Linda, kommst du bitte mit ins Zimmer.” Ich folge dem streng aussehenden Mann in ein Zimmer, auf dessen Tuer “Interview” steht. Kritisch sehen sie meine Unterlagen an und befragen mich. Ich verstehe nur die Haelfte und versuche mir eine gute Antwort zu ueberlegen. Doch irgendwie kommt nur ein Gestotter dabei raus. Nochmals sieht der Officer meine Unterlagen durch und stellt fest, dass etwas unvollstaendig ist. “Mist”, denke ich mir, “das wollte ich doch noch machen.” Sie schicken mich nach Hause und sagen ich solle naechste Woche wiederkommen. 5 Stunden verbrachte ich dort und jetzt muss ich naechste Woche wieder hin.

Aber jetzt mal ehrlich: So schlimm war es gar nicht! Hier, wie es wirklich gelaufen ist:

Selbes Datum, selbe Uhrzeit, selber Ort.
Genau 2 Leute standen vor mir. Da ich etwas nervoes war und dort alleine rein musste, quatschte ich die zwei Maedels (beide 23 Jahre alt) vor mir an. Sie waren sehr nett. Dann kamen zwei weitere Maedels in meinem Alter, mit denen ich ebenfalls ins Gespraech kam. Es dauerte etwa 5min. bis wir hereingerufen wurden. Nach einem kleinen Sicherheitscheck, wie am Flughafen, oeffnete ich die schwere Tuer. Ein recht kleiner Raum, in dem ueberall amerikanische Flaggen hiengen. An der Wand ein Fernseher, auf dem MTV lief. Ich reihte mich in die Schlange ein, die sich vor mir bereits gebildet hatte. Nach weiteren 5min. stand ich vor einem Tisch mit 2 sehr netten Amerikanern, die die Unterlagen durchschauten und ordneten. Ich bekam meine Unterlagen wieder, mit der Anweisung eine Wartemarke zu ziehen. Dann setzte ich mich zu meinen neuen Bekanntschaften und unterhielt mich eine Weile, bis auf dem Bildschirm meine Nummer angezeigt wurde. Ich ging zum Schalter und gab dem Mann meine Unterlagen. Er tippte sie in dem PC und machte ein paar Fingerabdruecke von mir. Dann konnte ich mich wieder setzen, doch sogleich wurde ich zum Interview aufgerufen. Es war mehr wie ein Kaffeeklatsch: Wohin gehst du? Was machst du? Wie ist deine Gastfamilie so? Na dann viel Spass! Byebye. Was ich doch ein bisschen enttaeuschend fand, dass alle Amerikaner in dem Konsulat Deutsch gesprochen haben. Nach einer dreiviertel Stunde war ich fertig.

Gestern, 2 Tagen nach meinem Termin im Konsulat, ruft mein Bruder mich an und meint: “Jetzt bist du Amerikanerin”. Mein Pass inklusive VISA war angekommen. Er sieht toll aus! :)
An der Stelle ein super grosses Lob an das Konsulat in Muenchen: Ihr seid Klasse!
Mein Bruder hat vor 2 Jahen naemlich tatsaechlich 4 Stunden im Konsulat verbracht und etwa 10 Tage auf sein Visum gewartet.

Bis bald,
Linda

We are the Wegflieger!

21. Juni 2008 - One Response

Wie ihr meiner Countdown-Seite sicherlich entnommen habt, war letztes Wochenende vom 13. - 15. Juni Vorbereitungstreff in Berlin am Wannsee. Eine Mischung aus weniger spannenden Vortraegen, lehrreichen und lustigen Gruppenarbeiten und vielen netten Bekannschaften - alles in allem ein schoenes Wochenende.

Ich fange mal ganz von vorne an. Freitag, 16 Uhr war Anreise. Da jede Menge Stau war, kamen viele der insgesamt 83 Schueler zu spaet - ich natuerlich auch. Als erstes bekamen wir unsere Zimmerschluessel, einen AYUSA-Rucksack und ein schoenes T-Shirt.

(Vorderseite, Rueckseite)

Auf dem Zimmer erwartete uns dann sofort eine peinlich lustige Aufgabe, die wir mit unseren Zimmerbewohnern bewaeltigen sollten. Ich hatte zum Glueck sehr nette Mitbewohner: Kim, die ebenfalls fuer 10 Monate in die USA geht und Marie, die 3 Monate in Kanada verbringen wird. Wir sollten uns zusammen (das musste jedes Zimmer) einen Cheer (von Cheerleading) ausdenken. Hier drei Beispiele fuer das, was dabei rausgekommen ist:

Unser Cheer ging so:

Let us cheer for a great exchange year. It’s not a long time anymore, we’ll have a great time for sure. Sometimes it might be hard but you shouldn’t fall apart. Team Spirit!

Ein anderer so:

Old McDonald had a farm, put the burger in the Darm. We’re singing stupid Lieder ’cause we are the Wegflieger!

Besonders kreativ bei den Cheers waren jedoch die Jungs, das klang etwa so:

Give me an A. Give me a Y. Give me a U. Give me a S. Give me an A. It’s fun to stay with AYUUSAAA!

Es gab wirklich lustige Cheers, die die Stimmung zwischendurch immer wieder angeheitert haben. Samstag und Sonntag haben wir groesstenteils Gruppenarbeiten ueber z.B. die einzelnen Laender, Grenzen der Anpassung oder Konfliktloesung gemacht. Oftmals mussten wir Sketche ausarbeiten, die teilweise richtig witzig waren (Details moechte ich hier nicht preisgeben, die die dabei waren wissen warum ;)). Der wohl aetzendste Teil waren die Programmregeln -  nicht wegen den Regeln an sich, sondern weil manche von uns sie anscheinend nicht durchgelesen hatten, bevor die Eltern unterschrieben haben und es sich deshalb 2 Stunden gezogen hat.

Zwischen den Programmpunkten hatten wir oft Freizeit, in der wir uns mit Returnees (Leute, die bereits ihr Auslandsjahr hinter sich haben) und aktuellen Austauschschuelern aus den USA, Venezuela o.a. unterhalten haben oder die anderen Austauschschueler kennenlernten.

Das Abendprogramm war sehr abwechslungsreich: wir haben Fussball geschaut, Fussball geschaut und … Fussball geschaut. Also natuerlich haben nicht alle Fussball geschaut. Die Betreuer haben uns alles moegliche angeboten, von Gesellschaftsspielen ueber Karaoke bis Filme schauen. Samstag Abend habe ich dann auch mit ein paar Maedels “Girls United”, einen amerikanischen Cheerleading Film, angeschaut. Da wir ja in einer Jugendherberge am Wannsee waren, sind wir abends auch mal runter auf den Steg gegangen. Von dort aus hat man einen wunderschoenen Ausblick. Hier einige Bilder, die wir auf dem Steg gemacht haben:

Ich moechte mich noch mal bei allen Beiteiligten fuer die schoene Zeit bedanken und hoffe ihr werdet alle ein schoenes Austauschjahr haben!

Liebe Gruesse, Linda

P.S. Ich habe den Laptop, den mein Bruder aus den USA mitgebracht hat, bekommen. Deshalb die Sache mit den Umlauten und dem scharfen S.