„Jetzt bist du Amerikanerin“

24.06.08 um 8.30 Uhr vor dem Generalkonsulat der Amerikanischen Botschaft in Muenchen.

Eine riesige Schlange erstreckt sich vor dem Gebaeude, stundenlang warte ich darauf reingelassen zu werden. Nach einer Stunde aufgeregten Wartens bin ich endlich ganz vorn, meine Mutter darf nicht mit rein. Ich werde von oben bis unten nach Waffen o.a. abgetastet und meine Tasche wird auf dem Tisch ausgeleert. Ich betrete die Eingangshalle und sehe mich um. Sie ist riesig und ich weiss nicht so recht, wo ich hin muss. Ich sehe einen Tresen auf der rechten Seite, eine Frau sitzt dahinter mit einem Headset und telefoniert. Ich zoegere, doch dann gehe ich zu ihr hin und frage, wo ich denn hinmuesse. Sie beginnt zu reden, doch ich verstehe sie nicht. Dann merke ich, dass sie mit der Person am Telefon gesprochen hat. Unhoeflich weist sie mir den Weg in einen grossen Flur mit vielen Stuehlen. Ich setze mich hin und warte… und warte und warte… Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Dann hoere ich meinen Namen: „Linda, kommst du bitte mit ins Zimmer.“ Ich folge dem streng aussehenden Mann in ein Zimmer, auf dessen Tuer „Interview“ steht. Kritisch sehen sie meine Unterlagen an und befragen mich. Ich verstehe nur die Haelfte und versuche mir eine gute Antwort zu ueberlegen. Doch irgendwie kommt nur ein Gestotter dabei raus. Nochmals sieht der Officer meine Unterlagen durch und stellt fest, dass etwas unvollstaendig ist. „Mist“, denke ich mir, „das wollte ich doch noch machen.“ Sie schicken mich nach Hause und sagen ich solle naechste Woche wiederkommen. 5 Stunden verbrachte ich dort und jetzt muss ich naechste Woche wieder hin.

Aber jetzt mal ehrlich: So schlimm war es gar nicht! Hier, wie es wirklich gelaufen ist:

Selbes Datum, selbe Uhrzeit, selber Ort.
Genau 2 Leute standen vor mir. Da ich etwas nervoes war und dort alleine rein musste, quatschte ich die zwei Maedels (beide 23 Jahre alt) vor mir an. Sie waren sehr nett. Dann kamen zwei weitere Maedels in meinem Alter, mit denen ich ebenfalls ins Gespraech kam. Es dauerte etwa 5min. bis wir hereingerufen wurden. Nach einem kleinen Sicherheitscheck, wie am Flughafen, oeffnete ich die schwere Tuer. Ein recht kleiner Raum, in dem ueberall amerikanische Flaggen hiengen. An der Wand ein Fernseher, auf dem MTV lief. Ich reihte mich in die Schlange ein, die sich vor mir bereits gebildet hatte. Nach weiteren 5min. stand ich vor einem Tisch mit 2 sehr netten Amerikanern, die die Unterlagen durchschauten und ordneten. Ich bekam meine Unterlagen wieder, mit der Anweisung eine Wartemarke zu ziehen. Dann setzte ich mich zu meinen neuen Bekanntschaften und unterhielt mich eine Weile, bis auf dem Bildschirm meine Nummer angezeigt wurde. Ich ging zum Schalter und gab dem Mann meine Unterlagen. Er tippte sie in dem PC und machte ein paar Fingerabdruecke von mir. Dann konnte ich mich wieder setzen, doch sogleich wurde ich zum Interview aufgerufen. Es war mehr wie ein Kaffeeklatsch: Wohin gehst du? Was machst du? Wie ist deine Gastfamilie so? Na dann viel Spass! Byebye. Was ich doch ein bisschen enttaeuschend fand, dass alle Amerikaner in dem Konsulat Deutsch gesprochen haben. Nach einer dreiviertel Stunde war ich fertig.

Gestern, 2 Tagen nach meinem Termin im Konsulat, ruft mein Bruder mich an und meint: „Jetzt bist du Amerikanerin“. Mein Pass inklusive VISA war angekommen. Er sieht toll aus! :)
An der Stelle ein super grosses Lob an das Konsulat in Muenchen: Ihr seid Klasse!
Mein Bruder hat vor 2 Jahen naemlich tatsaechlich 4 Stunden im Konsulat verbracht und etwa 10 Tage auf sein Visum gewartet.

Bis bald,
Linda

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